Fintech: Blockchain

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Das Video bildet die Grundlage des Themenblocks.

Blockchain verstehen: die digitale Zukunft wird dezentral

Ein 4-minütiges Video rund ums Thema «Blockchain»: Wie funktioniert diese Technologie, wofür wird sie eingesetzt und welches Zukunftspotenzial hat sie?

Quelle

SRF Einstein. Blockchain verstehen: die digitale Zukunft wird dezentral (28.02.2019, Dauer: 04:08 Min.), aufbereitet mit nanoo.tv

Der Inhalt des Videos ist hier zusammengefasst.

Zusammenfassung

Ein 4-minütiges Video rund ums Thema «Blockchain»: Wie funktioniert diese Technologie, wofür wird sie eingesetzt und welches Zukunftspotenzial hat sie?

Laufzeit: 04:08 Minuten.


Einleitung (00:00)

Ökonom Manuel Stagars erklärt das Konzept einer «Blockchain». Bei den «Blocks» handelt es sich um virtuelle Container, die eine bestimmte Menge an Daten enthalten. Die «Chain» – also die Datenkette – entsteht durch die chronologische Verlinkung mehrerer Datenblöcke. Dadurch entsteht eine Art Buchhaltung über diese Informationen, die im Nachhinein nicht mehr verändert werden kann.

Funktionsweise (01:12)

In einer Blockchain werden Daten in Blöcken aneinandergebunden. Jeder Block erhält eine Art Schloss, das ihn unverrückbar an seinem Platz hält, den sogenannten Hash. Die Schlösser verbinden die Blöcke in einer chronologischen Reihenfolge und garantieren, dass keine Blöcke gelöscht werden. Ein neuer Datenblock wird immer am Ende der Kette hinzugefügt.

Dezentrales System (02:01)

Speziell dabei ist, dass es sich um ein dezentral gespeichertes System handelt. Die Informationen sind nicht wie sonst üblich lokal auf einem Server gespeichert, wo sie theoretisch vom Betreiber verändert werden könnten. Dadurch wird eine «Blockchain» sehr sicher, da es sehr schwierig wäre, alle Kopien zu hacken und zu manipulieren.

Anwendungsmöglichkeiten (03:14)

Die Anwendungsmöglichkeiten dieser neuen Technologie sind äusserst vielseitig. Ökonom Manuel Stagars sieht die Blockchain als wichtiges Bindeglied anderer sich rasant entwickelnder Technologien. Als Beispiel nennt er die Kommunikation zwischen Computern, wie sie beispielsweise bei selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommen könnte.

Das Quiz beinhaltet fünf Fragen zum Thema Blockchain.

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Wie kann man sich eine «Blockchain» am ehesten vorstellen?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Eine Blockchain ist im Grunde eine Aneinanderreihung von Datenblöcken.

Welche Aussage ist nicht korrekt?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Eine der wichtigsten Eigenschaften einer Blockchain-Information ist, dass diese nachträglich nicht mehr verändert oder gelöscht werden kann. Sie wird nicht zentral bei einem Verwalter gespeichert, sondern dezentral auf sehr vielen Computern.

Welches war die erste und bekannteste Anwendung der Blockchain-Technologie?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Die Kryptowährung «Bitcoin» hat die Blockchain-Technologie bekannt gemacht, auch wenn letztere noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten bietet.

Vervollständigen Sie den Satz: «Die Verschlüsselung der Blockchain-Technologie ...

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Die Verschlüsselung funktioniert mit sogenannten «Hashes», die jeweils zwei Datenblöcke miteinander verbinden. Sie garantieren, dass keine Informationen nachträglich verändert werden können, da sonst der Schlüssel nicht mehr passen würde.

Der Blockchain-Technologie wird viel Zukunftspotenzial zugetraut. Wofür könnte sie theoretisch eingesetzt werden?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Die Blockchain-Technologie lässt sich theoretisch sehr breit anwenden. Welche dieser Projekte dann aber in der Praxis tatsächlich funktionieren werden, ist im Moment noch schwierig abzuschätzen.

Fintech: Blockchain
Da gibt es noch einiges zu Lernen - am besten, Sie sehen sich das Video (nochmals) an.
Nicht schlecht. Aber da geht bestimmt noch mehr - Aufträge schon gelöst?
Sehr gut! Sie kennen sich ja schon richtig gut aus in der Welt von Blockchain!

Der Arbeitsauftrag bietet die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema.

Dokumente

Der Wissenstext bietet fachlich fundierte Hintergrundinformationen zum Thema.

Blockchain – Revolution oder Hype?

Der technologische Wandel verändert unser Leben immer wieder aufs Neue – und spätestens seit dem letzten Jahrhundert in einem immer schnelleren Rhythmus: vom Auto und Flugzeug über Telefon und Radio zu Computer und Internet. Diese Fortschritte innerhalb der Transport- und Kommunikationstechnologie eröffneten jeweils nicht nur Raum für neue Geschäftsideen, sie ermöglichten zudem, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und Transaktionskosten zu senken.

Als Transaktionskosten werden all jene Kosten verstanden, die bei einem Geschäftsabschluss anfallen. Also zum Beispiel die Transport- oder die Vertragskosten. Wollten im 19. Jahrhundert zwei Parteien einen Vertrag abschliessen, waren die Verhandlungen viel aufwendiger, da man diese entweder per Brief oder mündlich führen musste. Die Briefe oder Vertragsparteien reisten noch mit der Eisenbahn und trugen damit zur langen Verhandlungsdauer bei.

Schon alleine das Telefon konnte diese Transaktionskosten erheblich senken. Auto und Flugzeuge reduzierten die Transportkosten, und denkt man ans Internet und an die Geschwindigkeit, mit der heute Dokumente geteilt werden können, wird klar, wie viel technologische Neuerungen zur Effizienz und zum Minimieren von Transaktionskosten beitragen können.

Der nächste Schritt

Quelle: SRF

Viele Experten meinen, dass der nächste Wandel mit der Blockchain-Technologie ansteht. Aber was kann eine Blockchain überhaupt?

In der heutigen vernetzten Welt versenden wir viele sensible Daten über das Internet und diese werden meist über eine zentrale Instanz weitergeleitet. Unsere Whatsapp-Nachricht oder Kreditkartenzahlung geht nicht direkt an das Gegenüber, sondern wird von Dienstleistern in verschlüsselter Form übermittelt. Will eine Person in der Schweiz Geld nach Amerika überweisen, macht sie das via Bank und bezahlt entsprechende Gebühren für die Transaktion. Möchte eine Person eine gute Geschäftsidee gegenüber anderen schützen, muss sie dies beim Patentamt gegen einen Unkostenbeitrag machen.

All diesen Beispielen ist eines gemein: Eine zentrale Instanz, ein sogenannter Intermediär, vermittelt zwischen den Parteien. Dies ist nicht per se etwas Schlechtes, es birgt aber ein gewisses Risiko, da eine einzelne Partei über unsere privaten Daten verfügt.

Dies schafft zum einen ein Vertrauensproblem: Können wir den Intermediären vertrauen, dass sie keinen Datenmissbrauch begehen oder die Informationen nicht zu ihren Gunsten verändern? Zum anderen besteht ein Sicherheitsproblem: Werden Daten nur von einer Partei verwaltet, bietet diese Datenbank ein verwundbareres Ziel für Hackerangriffe.

So argumentieren jedenfalls die Blockchain-Befürworter, denn die Blockchain bietet die Möglichkeit, zentrale Instanzen zu umgehen. Eine Blockchain ist allgemein gesprochen eine Datenbank, die dezentral geführt wird. Das heisst, die Daten sind auf vielen verschiedenen Geräten gespeichert und die Nutzer selbst pflegen und verwalten die Datenbank. Dass die Informationen in vielen Kopien abgelegt sind, erschwert deren Fälschung, und die Blockchain stellt sicher, dass kein Nutzer im Nachhinein Bestände verändern kann.

Transaktionskosten senken

Die Blockchain kann demnach Intermediäre ersetzen. Und entfällt der Schritt über eine Drittpartei, können wiederum Transaktionskosten gespart werden. Dies ist das grosse Potenzial der neuen Technologie.

Wo kann dieses Potenzial am ehesten genutzt werden? Zum Beispiel bei den Kryptowährungen. Dank der Blockchain kann elektronisches Geld (z. B. Bitcoin) weltweit verschickt werden, ohne dass persönliche Daten oder Gebühren an eine Bank entrichtet werden müssen. Eine weitere mögliche Anwendung der Blockchain-Technologie findet sich beim Schutz von geistigem Eigentum. Daten, wie Geschäftsideen, Erfindungen usw., können verschlüsselt abgelegt werden. Da die Blockchain bei jedem Eintrag die genaue Zeit festhält und fälschungssicher ist, könnte sie als dezentral geführte Datenbank für geistiges Eigentum fungieren und Patentämter obsolet machen.

Spinnt man den Faden noch weiter, könnte man Verträge an die Blockchain anbinden, die autonom agieren und, abhängig von gewissen Zuständen der Blockchain, Ereignisse auslösen können. So könnten zum Beispiel Autos ihren Mietern den Dienst verweigern, sollte die Bezahlung der Miete nicht erfolgt und in der Blockchain ersichtlich sein. Smart contracts («intelligente Verträge») nennt man eine solche Kombination der Blockchain-Technologie mit dem Internet der Dinge.

Noch in den Anfängen

Diese Aufzählung nennt nur einen Bruchteil der Verwendungsmöglichkeiten von dezentralen Datenbanken. Trotzdem gibt es heute nur wenige sichtbare Anwendungen der neuen Technologie. Und auch bei der Kryptowährung Bitcoin, die die Blockchain in die Öffentlichkeit getragen hat, wird das Potenzial nicht ausgeschöpft.

Einige Experten fühlen sich an die Anfänge des Internets erinnert. Eine neue Technologie ist da, aber niemand weiss genau, wie man sie optimal einsetzen kann. Ob sich diese Geschichte mit der Blockchain-Technologie wiederholen wird, bleibt abzuwarten.

Ressourcen für den Einstieg in den Unterricht oder zur Vertiefung sind hier vermerkt.

Mehr zum Thema

Hier sind verschiedene Unterrichtsszenarien skizziert.

Didaktische Hinweise

Dieser Video-Themenblock ist für den Einsatz im Unterricht konzipiert und lässt sich leicht in eine bestehende Unterrichtssequenz einbauen.

Unterrichtsvorbereitung
Wie sollen die Lernenden gleichzeitig ein Video schauen und die dazugehörigen Arbeitsaufträge bearbeiten? Das nachfolgende Schema hilft, Klarheit zu schaffen.

Unterrichtsszenarien
Daraus ergibt sich das jeweils passende Unterrichtsszenario. Hier sind vier gängige Szenarien dargestellt (zur Vereinfachung ohne die Unterscheidung, was im und was ausserhalb des Unterrichts geschieht):

Lernziele für diese Sequenz

Die Lernenden sind in der Lage …

  1. … die grundlegende Funktionsweise einer Blockchain in einfachen Worten zu erklären.
  2. … drei Anwendungsmöglichkeiten von Blockchains aufzuzählen.
  3. … den Vorteil der Dezentralisierung an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen.

Stichwörter

Blockchain, Bitcoin, Kryptowährungen, Digitalisierung, Fintech, Internet der Dinge

Dokumente

  • Arbeitsauftrag
  • Lösungshinweise

Letzte Änderung:

((Hier sind die Anpassungen in Folge einer Überarbeitung vermerkt))

Aktualisiert

01.04.2020

Dieser Themenblock entstand unter Beteiligung von:

Konzeption

iconomix

Fachberatung

Andreas Dietrich, Prof. Dr. oec.
Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Hochschule Luzern

Didaktische Beratung Arbeitsauftrag

Dr. Daniel Schmuki
Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung

Video

SRF Einstein. Was ist Blockchain? (28.02.2019)
Aufbereitet mit nanoo.tv, der führenden kollaborativen Online-Mediathek für Bildungsinstitutionen in der Schweiz.

Korrektorat

Rotstift AG, Bern