Fintech: Payment

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Die Videos bilden die Grundlage des Themenblocks.

Bargeld vs. Mobile Payment: Pro und Contra

Während je zwei Minuten argumentieren Jens und Alex für das Bezahlen mittels Smartphone (Position Jens) und für das Bezahlen mit Bargeld (Position Alex).

Quelle

TURN ON. Bargeld vs. Mobile Payment: Pro & Contra in je 2 Minuten (02.05.2019, Dauer: 05:12 Min.), aufbereitet mit nanoo.tv

Payment als Fintech-Thema umfasst aber noch einiges mehr als eine gute Übersicht über seine Zahlungen. In China beispielsweise kann man sogar mit einem Lächeln bezahlen.

China: Gesichtserkennung als Zahlungsmittel

China ist in Bezug auf die Zahlungsmöglichkeiten einen Schritt voraus. Das folgende Video zeigt, wie alltägliche Käufe sogar mittels Gesichtserkennung oder Gesten bezahlt werden können. Ebenfalls angesprochen werden Fragen des Datenschutzes und der Privatsphäre.

Quelle

Goldthread. Buying Food with Facial Recognition in China (02.01.2019, Dauer: 05:30 Min.), aufbereitet mit nanoo.tv

Der Inhalt der Videos ist hier zusammengefasst.

Bargeld vs. Mobile Payment: Pro und Contra

Mit Bargeld oder via Smartphone? Im fünfminütigen Video diskutieren Alex und Jens die Vor- und Nachteile dieser beiden Bezahlmöglichkeiten.
Laufzeit: 05:12 Minuten

Spielregeln (00:00)
Jens begrüsst und stellt sich und Alex vor. Alex erklärt daraufhin die Regeln, welche wie folgt lauten: Jens argumentiert für das Zahlen mit dem Smartphone (d.h. «Mobile Payment»), während Alex für das Bezahlen mit Bargeld plädiert. Beide haben maximal zwei Minuten Zeit, ihre Argumente vorzubringen und den anderen zu überzeugen.

Diskussion (00:40)
Während den folgenden vier Minuten liefern sich Jens und Alex abwechselnd Argumente, wieso das Bezahlen mit Bargeld respektive Mobile Payment besser ist.
So sei mobiles Bezahlen übersichtlicher und besser nachvollziehbar, hingegen fühle sich das Bezahlen mit Bargeld einfach besser an. Das Smartphone ist immer in der Tasche, ausreichend Bargeld vielleicht nicht. Andererseits bieten nicht alle Verkäufer mobiles Bezahlen auch an, so der postwendende Konter. Bezahlen mit Bargeld ist anonymer, dafür ist die Bargeldhaltung unsicherer.

Schluss (04:45)
Jens ruft im Anschluss dazu auf, die eigene Meinung zum Video sowie mögliche weitere Argumente kundzutun.

China: Gesichtserkennung als Zahlungsmittel

Das Video zeigt, wie in China alltägliche Käufe sogar mittels Gesichtserkennung oder Gesten bezahlt werden können. Ebenfalls angesprochen werden Fragen des Datenschutzes und der Privatsphäre.
Laufzeit: 05:30 Minuten

Bezahlen per Gesichtserkennung (00:00)
In China ist Bezahlung mittels Gesichtserkennung bereits Realität. So bietet beispielsweise die Fast-Food-Kette KFC dies an. KFC kann Kunden zudem mittels Gesichtserkennung personalisierte Angebote empfehlen.
Ein Lebensmittelladen arbeitet mit der App WeChat Pay zusammen. Ein schlichtes Zeichen («Daumen hoch») und die Gesichtserkennung sind ausreichend, damit ein Produkt gekauft wird.
Ouyang Liangyi, Universitäts-Professor an der HSBC Business School in Peking, erzählt, dass Bezahlung mittels Gesichtserkennung in China relativ populär sei. Man brauche oftmals weder Handy noch Portemonnaie mitzunehmen, um einkaufen zu gehen.

«Super Apps» (01:39)
In China wird mehrheitlich bargeldlos bezahlt. Das hat insbesondere mit Apps wie WeChat Pay und Alipay zu tun. Beide Apps arbeiten mit QR-Codes, um Transaktionen auszuführen. Mit WeChat Pay können Nutzer nicht nur bezahlen, sondern auch Text-Messages schreiben, Reisen buchen, Essen reservieren oder Musik hören. Damit sind Apps wie WeChat Pay Teile des alltäglichen Lebens geworden.
Die Payment-Apps können die Funktionen einer Bank teilweise ersetzen. Das WeChat Pay-Konto kann mit Geld aufgeladen und innerhalb der App kann die Kreditwürdigkeit berechnet werden. Viele Nutzer ziehen dadurch die App einer Bankdienstleistung vor.

Bequemlichkeit vs. Überwachung (03:52)
Allerdings stehen den Vorteilen dieser Funktionen Fragen des Datenschutzes und der (Massen-)Überwachung gegenüber. So wird Gesichtserkennung in China auch benutzt, um unachtsame Fussgänger zu identifizieren und zu büssen.

Das Quiz beinhaltet fünf Fragen zum Thema Payment.

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Welche Zahlungsmittel werden in der Schweiz am häufigsten genutzt?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Gemäss der Zahlungsmittelumfrage der Schweizerischen Nationalbank ist Bargeld das von der Bevölkerung in der Schweiz meistgenutzte Zahlungsmittel (70%), gefolgt von der Debitkarte (22%) und der Kreditkarte (5%). Bezahl-Apps wiesen in der Umfrage von 2017 eine sehr geringe Nutzung auf.

Welche Zahlungsmittel müssen Verkäufer in der Schweiz akzeptieren?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Das Gesetz schreibt vor, dass zur Zahlung Schweizer Banknoten und Münzen akzeptiert werden müssen. Über die weiteren Zahlungsmittel kann das Geschäft selber bestimmen. Allerdings muss der Verkäufer dies dem Kunden mitteilen, zum Beispiel mit einem Schild am Eingang oder in den allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Welche der unten stehenden Antworten ist nicht der Name einer Bezahl-App?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Neben TWINT, Apple und Swatch Pay existieren natürlich noch zahlreiche weitere Bezahl-Apps. Das Swiss Interbank Clearing, abgekürzt SIC, ist allerdings das Schweizer Zahlungssystem zwischen den verschiedenen Banken und nicht als App für den Endkunden erhältlich.

Welche der unten stehenden Antworten ist nicht Teil der drei Anwendungsbereiche von Mobile Payment?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

Das Fintech-Thema Mobile Payment lässt sich in die Teilbereiche Point of Sale (dt.: Verkaufsort), E-Commerce (dt.: Online-Handel) und Peer to Peer (dt.: «zwischen gleichberechtigten Partnern») unterteilen. EU Allowances sind handelbare CO2-Zertifikate und haben nichts mit Mobile Payment zu tun.

Schätzen Sie: Wie viele registrierte Nutzer hat TWINT?

Richtige Antwort ! Leider falsch...

TWINT wurde 2014 gegründet und ist bislang ausschliesslich in der Schweiz nutzbar. Gemäss eigenen Aussagen zählt TWINT mehr als 2 Millionen Nutzerinnen und Nutzer (Stand Januar 2020).

Fintech: Payment
Da gibt es noch einiges zu lernen - am besten, Sie sehen sich das Video (nochmals) an.
Nicht schlecht. Aber da geht bestimmt noch mehr - Aufträge schon gelöst?
Sehr gut! Sie bezahlen wohl immer mit dem Smartphone.

Der Arbeitsauftrag bietet die Möglichkeit zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema.

Dokumente

Der Wissenstext bietet fachlich fundierte Hintergrundinformationen zum Thema.

Der Zahlungsmarkt im Wandel

Der Zahlungsmarkt hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich gewandelt. Die Digitalisierung eröffnet laufend neue Möglichkeiten, welche nun auch vermehrt im Zahlungsverkehr Einzug halten.

In Ländern wie beispielsweise Frankreich, Belgien und Holland bezahlen Privathaushalte bereits weniger als 30 Prozent ihrer Ausgaben am sogenannten «Point of Sale» (d.h. beispielsweise an der Ladenkasse im Lebensmittelgeschäft) mit Bargeld (Esselink & Hernández, 2017).

Die Durchdringung von Kartenzahlungen ist in diesen Ländern weiter fortgeschritten als in der Schweiz. Doch auch hierzulande ist der Trend deutlich erkennbar. 1990 wurden rund 90 Prozent des Zahlungsvolumens an den Ladenkassen mit Bargeld abgewickelt (Trütsch & Jäger, 2016). Knapp 30 Jahre später waren es gemäss einer repräsentativen Umfrage der Schweizerischen Nationalbank noch 45 Prozent, also knapp die Hälfte, wie Abbildung 1 (Wertanteil) zeigt.1 Mit nahezu 30 Prozent ist der Wertanteil der Debitkarte (Maestro/EC-Karte, Postcard) nahezu dreimal so hoch wie jener der Kreditkarte.

Abbildung 1: Transaktions- und Wertanteil je Zahlungsmittel

Beliebtes Bargeld

Noch immer ist Bargeld aber sehr beliebt in der Schweiz. Die Schweizer Wohnbevölkerung tätigt im Durchschnitt 1,6 Zahlungen pro Tag. Nahezu 70 Prozent dieser Transaktionen werden nach wie vor mit Bargeld abgewickelt, während die Kreditkarte lediglich bei jeder zwanzigsten Zahlung verwendet wird (Abbildung 1, Transaktionsanteil).2

Bei Kleinbeträgen unter 20 Franken wird mit über 80 Prozent all dieser Transaktionen noch deutlich am häufigsten zu Bargeld gegriffen. Dies erstaunt etwas, denn Kartenzahlungen von weniger als 40 Franken können mit der Kontaktlosfunktion einfach und ohne PIN-Eingabe abgewickelt werden (SNB, 2018).3 Die Präferenz für Bargeld dürfte nebst der teilweise eingeschränkten Kartenakzeptanz bei Kleinbeträgen auch mit den gefestigten Gewohnheiten der Schweizer Bevölkerung zusammenhängen.

Dass diese Gewohnheiten möglicherweise eher von subjektiven Faktoren als von rationalen Argumenten getrieben sind, lässt sich gut anhand eines sozialen Experiments veranschaulichen.

Die von der SNB befragten Personen konnten sich selbst einem der drei Zahlungstypen zuordnen: «Barzahlende» (39%), «Bargeldloszahlende» (27%) oder «Wahlzahlende» (34%). Barzahlende sind beispielsweise jene, welche hauptsächlich Bargeld verwenden. Die beiden Gruppen «Barzahlende» und «Bargeldloszahlende» wurden zudem nach deren bevorzugten Zahlungsmitteln befragt, wenn sie in Eile sind. Handelten alle Befragten rational, würde bei allen Zahlungstypen dieselbe Zahlungsmethode auch bei Eile als bevorzugt gelten. Die Befragung der beiden Typen zeigte jedoch das Gegenteil auf. Die Barzahler wählten in 90 Prozent der Fälle das Bargeld als Zahlungsmittel, während die Bargeldloszahlenden zu 80 Prozent bargeldlos bezahlen.

Die Diskrepanz dürfte mitunter damit im Zusammenhang stehen, dass Kartenzahlungen in der Vergangenheit oft als zeitintensiv galten, verglichen mit Bargeldtransaktionen. Mit der Modernisierung von Kartenterminals, welche die Abwicklungszeit verkürzen, sowie der Einführung von Kontaktlos-Geräten wurde die Kartenzahlung jedoch aus zeitlicher Perspektive deutlich attraktiver.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass es Anpassungen im Zahlungsverhalten der Schweizer Wohnbevölkerung gibt. Die entsprechende Evolution verläuft bislang aber eher langsam und kontinuierlich als rasch und revolutionär.

Bezahlen mit dem Smartphone gewinnt an Bedeutung – ist aber noch auf tiefem Niveau

Bezahlen mit dem Mobiltelefon wurde möglich durch die Entwicklung innovativer Softwarelösungen. Viele davon stammen von neuen oder nicht in der Finanzindustrie traditionell etablierten Anbietern.

In der Schweiz sind in den letzten Jahren verschiedene Mobile-Payment-Lösungen auf den Markt gekommen. Neben Lösungen von grossen international tätigen Technologiekonzernen wie Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay und dem schon seit längerer Zeit aktiven Marktteilnehmer PayPal stammt das hierzulande derzeit relevanteste Angebot von der im Jahr 2014 lancierten Schweizer Firma Twint.

Per Anfang 2020 waren über zwei Millionen Personen bei Twint registriert. Zählt man in der Schweizer Bevölkerung von den gut 8,4 Millionen Einwohnern die rund 1,4 Millionen Personen ab, die derzeit unter 15 Jahre alt sind, hat Twint in Bezug auf die Registrierungen einen Marktanteil von 28,6 Prozent. Pro Monat wurden Anfang 2020 rund 5 Millionen Transaktionen über Twint getätigt. Speziell beliebt sind die einfachen Direktzahlungen zwischen Nutzern – sogenannte Peer-to-Peer-(P2P)-Überweisungen – über das Smartphone.

Diese Zahlen klingen auf den ersten Blick eindrücklich. Gleichzeitig muss man aber festhalten, dass der Marktanteil des mobilen Bezahlens in Bezug auf die gesamte Anzahl der Transaktionen bei nur rund zwei Prozent liegt.

Ausblick

Über die weitere Entwicklung von Mobile Payment entscheiden vor allem die Konsumentinnen und Konsumenten als Nachfrager sowie die Händler als Anbieter an der Verkaufsstelle.

Um die zukünftige Entwicklung von Mobile Payment auf Kundenseite abzuschätzen, kann man daher eine Umfrage des IFZ der Hochschule Luzern beiziehen. Sie zeigt auf, dass sich rund 62 Prozent der Befragten vorstellen können, zukünftig auch via Smartphone zu bezahlen. Zu beachten ist auch, dass schon viele der derzeitigen «Nichtnutzer» Mobile Payment im weiteren Sinn schon einmal benutzt haben. Dazu gehört beispielsweise die Bezahlung innerhalb von Applikationen mit Kreditkarten.

So gaben 55 Prozent der Befragten der Gruppe der Nichtnutzer an, dass sie bereits In-App-Käufe auf dem Smartphone (bspw. ein SBB-Ticket über die SBB-Applikation kaufen) getätigt haben. Des Weiteren kann man davon ausgehen, dass der Online-Handel weiterhin stark zunehmen wird. Gerade für diese Zahlungen eignet sich der mobile Bezahlvorgang sehr gut.

Das Marktpotenzial von mobilem Bezahlen scheint also gross zu sein, wenn man die positiven Einstellungen der Umfrageteilnehmenden, die verstärkte Verschiebung des Handels ins Internet und die generellen Bezahl-Entwicklungen in der Schweiz oder im Ausland betrachtet. Es ist davon auszugehen, dass sowohl das mobile Bezahlen als auch die Kartenzahlungen weiter an Bedeutung gewinnen werden. Zu erwarten ist, dass dies auf Kosten der Anzahl Bargeldzahlungen geht.

Fussnoten

1 Die Zahlen von Trütsch & Jäger (2016) basieren auf Schätzungen unter Berücksichtigung von Konsumausgaben und Kartentransaktionen, jene der SNB auf einer Befragung der Wohnbevölkerung.

2 Exklusiv regelmässig wiederkehrende Zahlungen für Miete, Krankenkasse, etc.

3 Per Ende 2017 waren 94% aller Kredit- und 67% aller Debitkarten mit NFC ausgestattet.

Quellen

Ressourcen für den Einstieg in den Unterricht oder zur Vertiefung sind hier vermerkt.

Für den Unterrichtseinstieg

Mehr zum Thema

Hier sind verschiedene Unterrichtsszenarien skizziert.

Didaktische Hinweise

Dieser Video-Themenblock ist für den Einsatz im Unterricht konzipiert und lässt sich leicht in eine bestehende Unterrichtssequenz einbauen.

Unterrichtsvorbereitung
Wie sollen die Lernenden gleichzeitig ein Video schauen und die dazugehörigen Arbeitsaufträge bearbeiten? Das nachfolgende Schema hilft, Klarheit zu schaffen.

Unterrichtsszenarien
Daraus ergibt sich das jeweils passende Unterrichtsszenario. Hier sind vier gängige Szenarien dargestellt (zur Vereinfachung ohne die Unterscheidung, was im und was ausserhalb des Unterrichts geschieht):

Lernziele für diese Sequenz

Die Lernenden sind in der Lage, ….

  1. … Beispiele für Mobile Payment zu identifizieren.
  2. … Vor- und Nachteile des Mobile Payment gegenüber herkömmlichen Zahlungsmethoden zu beurteilen.

Stichwörter

Bargeld, Payment, Mobile Payment, Fintech, NFC, Bluetooth, Twint, Smartphone, Kreditkarte, Gesichtserkennung

Dokumente

  • Arbeitsauftrag
  • Lösungshinweise

Letzte Änderung:

((Hier sind die Anpassungen in Folge einer Überarbeitung vermerkt))

Aktualisiert

10.03.2020

Dieser Themenblock entstand unter Beteiligung von:

Konzeption

iconomix

Fachberatung

Andreas Dietrich, Prof. Dr. oec.
Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ, Hochschule Luzern

Didaktische Beratung Arbeitsauftrag

Dr. Daniel Schmuki
Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung

Videos

Aufbereitet mit nanoo.tv, der führenden kollaborativen Online-Mediathek für Bildungsinstitutionen in der Schweiz.

Korrektorat

Rotstift AG, Bern